Brandopfer ZÜND-UP bei Mende und Nöbauer
1. Linz – Hochschule Josef Nöbauer und Julius Mende, unsere Freunde, präsentieren eine große, für diesen oder jenen brandheiße Ausstellung der Universität Linz … Diese »hohe Schule« ist mit oberflächlichem, kurzem Blick gesehen ein glattes, sauberes, gebrauchsfähiges, steriles Gebäude. Die Kunstobjekte, fast flächig, fast dreidimensional, fast räumlich, sind im hell erleuchteten Glas-, Stahl-, Betonbereich des Zugangs zur Halle untergebracht. Sie wirken. Vor dem Gebäude spiegelt eine teichartige Wasserfläche die Fassade im Licht der Scheinwerfer wider. Viele Menschen haben Reden gehört, harren der Ereignisse – ein Fest ist angekündigt. ZÜND-UP ist eingeladen. Wir kommen zu euch – Josefundjulius. ZÜND-UP kommt mit Freunden/ innen, Hilde, Hochhäusl und Joi. ZÜND-UP zieht den Karren in die Aktion. Hilde, die Hilde wird mit dem Karren durch die Menge gezogen – hält die erste ZÜND-UP-Dokumentation, der Ausstellung gewidmet, den Interessenten entgegen. Das Cover, ein Foto des Weltmeisters der Grimasse – »ZÜND-UP stirbt noch lange nicht«. Innenseiten der Broschüre zeigen: der verfremdete Formel-1-Rennwagen, die Anzeige »Haben Sie abstehende Ohrwascheln?« – »Schade«, der ZÜND-UP-Auto-Expander-Traumpilz, ein Ausschnitt als Widmung des Plakats Mende/Nöbauer, ZÜND-UP liebt Himmelblau und die Rolling Stones – schade um die Haus-Rucker. Timo, der heutige ZÜND-UP-Clown, hält eine Rede, viersprachig simultan improvisiert, um die Anwesenden zum Teich – eine Wasseraktion von Mende – hinauszutreiben, die Menge bewegt sich. Aktion: die Geburt des neuen Menschen. |
Die Menge retourniert in den Veranstaltungssaal, der Sound wird intensiver. Rolling Stones peitschen: Paint it Black, Midnight Rambler. Hochhäusl versucht, dem Sauber-Gebäude Charakter zu schenken, seine Rauchbombe entwickelt dichten Qualm, während er an einer weiblichen Puppe auf der Tanzfläche demonstriert, wie mit Unnahbaren, Sterilen umgegangen werden soll. Qualm, Wälzen, Distanzieren und Schreien. Über die Rauchmelder wird die Feuerwehr aktiviert. Sie rast zu spät heran, die Aufregung hat sich verzogen, wo ist der Qualmschuldige, der zur Zahlung herbeigezogen werden soll? ZÜND-UP hüllt sich in Rauchschweigen, obwohl dem Zünd-Namen entsprochen. Heimrückfahrt über Linz in die tiefe Nacht hinein. Unbekannte Nebenstraße, plötzlich ein Unfall, Stehen, Starren, Langsam-Vorbeifahren, doch Aussteigen. Ein schwer verletzter älterer Mann auf dem Asphalt, das verbeulte Blechding – Moped – liegt daneben, auf schwarzem Asphalt geringes Licht – sein Blut pulsiert – dunkel sickert es in den Boden. Horror, Realität, nach dem spielerischen Umgang mit Gewalt, Rauch, Qualm. Der Mann röchelt gehauchte Worte, endlich trifft »Rettung« ein. Stiller geworden. Die schwarz, ledergekleideten ZÜND-UP-Gestalten lassen sich in der nächsten warmen Morgensonne an einer Plakatwand in unterschiedliche Zukunftsrichtungen schauend ablichten. Da stehen sie und stehen da und …[ TH ] |