ZÜND-UP, die Th Wien und das Röhren des Jahrhunderts
»ZÜND-UP bläst, bläst, bläst das Unbehagen fort.«
Was ist ZÜND-UP? Eine Motorradmarke? Eine Medizin gegen Depressionen? Vielleicht, denn die Wortkonstruktion ist interpretierbar. ZÜND-UP entsteht 1969 in Wien an der Technischen Hochschule am Karlsplatz 13 in den Köpfen von vier Studenten des Studiengangs Architektur: Hermann Simböck alias Spiegelei, Bertram Mayer alias ZÜND-UP-Mariedl, Timo Huber alias Friedhof und Michael Pühringer, auch Wampühr genannt. An der Lehrkanzel Professor Schwanzer wollten sie im Sommersemester ein Projekt entwickeln. Dort hatte sich schon Mitte der sechziger Jahre Aufbruchsstimmung breit gemacht, aus der 1967 die Gruppe Haus-Rucker-Co und 1968 die Cooperative Himmelblau hervorgegangen waren. Der Aspekt unkonventioneller, gruppendynamischer Prozesse war also bereits kultiviert, als das zu Anfang noch namenlose Team antrat, um sich als angehende Architekten mit Bewusstseinsphänomenen der Mobilität im urbanen Gesellschaftsraum auseinanderzusetzen.
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